Herbst Melancholie

Planetenbruder Sol verläßt mich schon
zu früher Stunde. Es oktobert sehr.
Des Sommer’s Weggang ist mir gar so schwer.
Der Herbst ist da und auch der Frost – sein Sohn.

Der Löffel kreist im Tee – ich kreise mit.
Mein Geist, er sehnt sich nach der Aschenzeit.
Doch für den Winter bin ich nicht bereit
und halte mit mir selber nicht mehr Schritt.

Die Fröhlichkeit versickert im Morast
der Zeit. Die Dämm’rung ist geflohen fast.
Planetenschwester Luna schaut vorbei.

Ihr Kleid wie Elfenstaub so wunderbar
ich flechte mir ein Seil aus meinem Haar
und hänge mich am Silberschweif des Mondes auf.

 

(Gießen, 15.10.2003)